Stipendiaten 2020

Die »cast&cut«-Stipendiatinnen und Stipendiaten sind jeweils für ein halbes Jahr in Hannover. Sie leben und arbeiten in der kreativen Atmosphäre der Stipendienstätte »Villa Minimo«. Ein halbes Jahr klingt lang, doch wer schon mal einen Film gedreht hat, weiß, wie zeitintensiv ein solches Projekt ist. Die Stipendiengeber stehen den jungen Regisseurinnen und Regisseuren während ihrer Zeit in Hannover mit Rat und Tat zur Seite.

Jalal Maghout

*1987 in Syrien, studierte Visuelle Kommunikation an der Universität von Damaskus, wo er anschließend als Assistenzprofessor lehrte. 2013 reiste er wegen des Krieges aus Syrien aus, und bewarb sich um einen Studienplatz an der Filmuniversität Babelsberg. Bis 2019 studierte Jalal Maghout dort Animationsregie. 

Von Januar bis Juni 2020 ist Jalal Maghout in der Stipendienstätte Villa Minimo in Hannover zu Gast und arbeitet hier an dem animierten Kurzfilm »Als ich ein Baum war« (Arbeitstitel). Die Dystopie handelt über einen Menschen, der anders ist und deswegen von der Gesellschaft zermürbt und ausgestoßen wird.

Filmografie (Auswahl):

  • »Have a Nice Dog«, Animationsfilm, Abschlussfilm Babelsberg, 12 min, D 2019 (Regie)
  • »Hier oben, bei den weißen Göttern«, Animationsfilm, 11 min, D 2019  (Regie)
  • »Suleima«, Animationsfilm, 15 min, D 2014 (Regie)
    - International Film Festival Animayo 2016 (Best Independant Short Film, Audience Award)
    - War on Screen-Festival International de Cinéma Chalons en Champagne (Jury's favorite Award)
    - 34th Uppsala International Short Film Festival 2015 (Special Mention)
    - Teilnahmen u.a. am Dok-Leipzig International Film Festival 2014, Carrefour du Cinéma d'Animation Paris 2014, ITFS Stuttgart International Festival of Animated Film 2015, Annecy International Animation Film Festival 2015 (Short Film Competition) u.v.m.

Lillah Halla

*1981 in Brasilien, studierte Regie und Drehbuch an der Filmhochschule EICTV in San Antonio de los Baňos in Kuba. 2004 kam sie erstmals nach Deutschland und arbeitete als Live-Video-Regisseurin und Cutterin für das Theater, mit Regisseuren wie Christoph Schlingensief, Frank Castorf und Stefan Kaegi. 2014 nahm sie an einem Forschungsprogramm der Concordia University in Montreal teil. Ihre eigenen Filme und viele Filme, an denen sie beteiligt war, liefen auf internationalen Festivals, einige erhielten Auszeichnungen. Lillah Halla arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin in Berlin.

Von Juli bis Dezember 2020 wird Lillah Halla in Hannover zu Gast sein und hier einen experimentellen Dokumentarfilm unter dem Titel „Wenn ich nicht tanzen kann...“ verwirklichen. Hierfür möchte sie Menschen vor Ort gewinnen, sie nach ihrer Lieblingsmusik und persönlichen Geschichten und Erinnerungen befragen, um persönliche Filmportraits anzufertigen. Ein ähnliches Projekt konnte sie 2014 mit viel Erfolg in Kuba umsetzen.

Filmografie (Auswahl):

  • »Menarca (Menarche)«, Kurzspielfilm in der Postproduktion, Brasilien / Deutschland 2020 (Regie und Drehbuch)
  • »Ainda«, Langspielfilm in der Vorproduktion, Brasilien / Uruguay / Frankreich 2020 (Regie und Drehbuch)
  • »O Ensaio (Die Probe)«, Spielfilm, 51 min, Brasilien / Dänemark / Deutschland 2018 (Drehbuch und Regieassistenz, Regie: Tamar Guimarães)
    - kuratiert für die Biennale São Paulo 2019
    - Berlinale Forum 2019
  • »Island of the Hungry Ghosts (Die Insel der hungrigen Geister)«, Dokumentarfilm, 98 min, Deutschland / Australien / UK 2018 (Dramaturgische Beratung und Leitung)
    - Bester Dokumentarfilm Tribeca 2018, Vision du Reel, u.a.
    - Nominiert für Independant Spirits Award 2020
  • »Si no se puede bailar, esta no es mi revolución (Wenn man nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution)«, Dokumentarkurzfilm, 17 min, Kuba 2014 (Regie und Konzept)
    - Festival Semana dos Realizadores Brasilien (Beste Regie)
    - Festival de Janela Internacional de Cinema do Recife Brasilien (Fepec-Preis)
    - Festival de Films du Monde Montreal (Bester Experimentalfilm)