Stiftungsletter 1/2019 Im Browser öffnen
StiftungsLetter
Stiftungsletter 1/2019

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
liebe Freunde, Förderpartner und Interessierte,

wenn wir mit Ihnen heute einmal über die vier Jahreszeiten sprechen möchten, meinen wir nicht die Violinkonzerte von Vivaldi. Auch nicht das italienische Qualitätsprodukt, das mit Pilzen, Tomaten, Spinat und Salami belegt ist. Wir meinen die vier Jahreszeiten, die es in unseren Breiten eigentlich regelmäßig geben sollte. Wie gesagt: eigentlich. Im Prinzip handelt es sich um wiederkehrende saisonale Ereignisse, die ausführlich bedichtet, besungen und symbolisch verwurstet worden sind, die wirtschaftlich (Schlussverkäufe) oder gastronomisch (Frühlingsrolle, Sommerwurst) ausgeschlachtet werden usw. Kurz gesagt: Im Frühling knospen die Pflanzen, im Sommer ist es heiß, im Herbst fallen die Blätter und im Winter liegt Schnee. Tja. Das war mal. Es ist Klimawandel.

Statt im Lamento zu versinken, sollten wir den Blick auf die anderen Regionen der Erde richten. Am Äquator wird nur zwischen Regen- und Trockenzeit unterschieden. In Russland gibt es neben den üblichen Jahreszeiten die Rasputiza − zwei Schlammzeiten: die Schneeschmelze im Frühling und die Herbstregenzeit. Die Aborigines haben sechs Jahreszeiten. Die Samen in Skandinavien kennen acht Jahreszeiten, dort ist jetzt gerade »Gijrradálvvie« - Frühlingswinter. Wieso also vier Jahreszeiten, wenn man auch zwei, sechs oder acht haben kann. Da muss man eben einfach mal aufgeschlossen sein. Sich aus der Komfort-Zone heraus bewegen. Einen Schlickschlitten anschaffen oder eine Moskitoklatsche – am besten im Frühlingswinterschlussverkauf.

Ihnen einen wunderbaren Dingens (erfinden Sie hier eine passende Jahreszeit)! Lauschen Sie dem lyrischen Gesang der Amsel, striegeln Sie ihr Rentier und besuchen Sie auf jeden Fall ein paar schöne Kulturveranstaltungen. Nachfolgend eine kleine Auswahl.

Anja Römisch
Geschäftsführerin

Friederike Kohn
Projektreferentin

Neues aus den Förderprojekten der Stiftung Kulturregion Hannover
Die Worte "Pavillon Prison Break" stehen vor einem dunkel-nebligen blauen Hintergrund, durch einen Buchstaben leuchtet ein Lichtschein c Bürgerinitiative Raschplatz e.V.

Der Kulturpreis "pro visio" geht an das Gaming-Projekt "Pavillon Prison Break" © Bürgerinitiative Raschplatz e.V.

Frühlingsförderzeit: Der Vorstand der Stiftung Kulturregion Hannover hat in der Februar-Sitzung Förderzusagen für einige spannende Kulturprojekte gegeben. So will das Orchester im Treppenhaus in seiner Konzertreihe »Dark Room« Anfang Oktober 2019 in den Kosmos aufbrechen. Das Theater fensterzurstadt möchte die spannende Trilogie »Drei Reisen in die Intimzone« mit einer Produktion über Asexualität beschließen. Der Hermannshof Völksen bespielt mit der Veranstaltungsreihe »Es brennt« die Feuerwehrgerätehäuser rund um Springe. Und so weiter.

Zeitreisezeit: Den Kulturpreis »pro visio«, der mit 7.777,- Euro dotiert ist, erhält das Gamification-Projekt »Pavillon Prison Break« des Vereins Bürgerinitiative Raschplatz (Kulturzentrum Pavillon Hannover). Die einzelnen Level des Computerspiels erarbeiteten GamedesignerInnen in Workshops mit Menschen unterschiedlicher Altersstufen. Das Spiel bringt historische Orte in Hannover, Fragen nach Gerechtigkeit und eine Vision der Zukunft in einen spannenden Kontext. Die Jury lobt vor allem den partizipativen soziokulturellen Ansatz des Gaming-Projekts und findet, dass es ein zeitgemäßes Bildungs- und Kulturformat sei. Die Preisverleihung findet am 2. April statt. Mehr Infos: www.stiftung-kulturregion.de/artikel/kulturpreis-pro-visio-fuer-gaming-projekt-pavillon-prison-break.html

Semesterzeit: Die Filmemacher Jonas Riemer und Dolunay Gördüm wurden für das sechsmonatige »cast&cut«-Kurzfilmstipendium 2019 ausgewählt. Jonas Riemer aus Potsdam arbeitet bereits seit einigen Wochen in der hannoverschen Villa Minimo. Sein Animationsfilm handelt über einen Mann, der einst als deutsch-deutscher Flüchtling übers Meer kam, heute aber die AfD wählt. Dolunay Gördüm aus Köln wird dann ab Juli zu Gast in Hannover sein. Er plant einen Kurzspielfilm über einen Jungen aus der Türkei, der seinen Opa in Deutschland besucht und von diesem »zivilisiert« werden soll. Mehr Infos: www.stiftung-kulturregion.de/artikel/kurzfilmstipendium-holt-junge-regisseure-nach-hannover.html

Winterendjazz-Zeit: Im WinterJazz Brelingen wird am 23. März 2019 der Grieche Sokratis Sinopoulos mit seinem Quartett in der Kirche St. Martini auftreten und beherzt in die Saiten seiner Lyra greifen. Dies ist das Abschlusskonzert der Reihe in diesem Jahr. Mehr Infos: www.winterjazz-brelingen.de

Sommerzeit-Ausblicke: Im Festival Kultursommer 2019 fördert die Stiftung 13 Konzerte von engagierten VeranstalterInnen in der Region Hannover. Die geförderten Konzertvorhaben und einige weitere mehr werden vom 20. Juli bis 30. August 2019 im beliebten Festival an vielen besonderen Orten stattfinden. Darunter Kleingartenklänge, tanzbarer Swing, sommerliche Barockmusik und interkulturelle Sounds. Es darf also wieder Sommer werden! Weitere Infos zu gegebener Zeit.

Neues aus den Förderprojekten der HannoverStiftung
Ein reich verzierter Altaraufsatz mit einem Auferstehungsgemälde / Markuskirche Hannover © Andre Germar

Rekonstruktion des Originalaltars der Markuskirche Hannover von 1906 mit einem Gemälde von Oscar Wichtendahl © Andre Germar

Aprilfrische: Die »Hannover Shots«-Stipendiatin Bettina Lockemann nimmt das Verkehrssystem der Landeshauptstadt Hannover im Monat April erstmals genauer unter die Lupe bzw. in den Fokus ihrer Kamera. Ihre Ergebnisse, die sie im Laufe dieses Jahres erarbeitet, werden in einer eigenen Ausstellung im Frühling 2020 in der Galerie für Fotografie (GAF) gezeigt. Mehr Infos: www.hannover-shots.de

Übergangszeit: Mit dem Ausstellungsprojekt »Passagen« verbindet die Kulturkirche Markuskirche Hannover prägnante Perspektiven auf die Übergänge des Lebens. Dem wieder aufgefundenen und rekonstruierten Orginalaltar aus dem Jahr 1906 mit einer Auferstehungsszene von Oscar Wichtendahl werden zeitgenössische Kunstwerke gegenüber gestellt. Zwei selten zu sehende Video-Arbeiten des bedeutenden Künstlers Bill Viola (Kalifornien), die sich mit Auferstehung und Übergängen befassen, sowie ein abstraktes Gemälde von Lienhard von Monkiewitsch treten mit dem Altarbild in Korrespondenz. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm mit Veranstaltungen und Workshops begleitet. Mehr Infos: www.apostel-und-markus.de

Weitere Übergänge: Am 5. April 2019 präsentiert das Flex Ensemble ein Konzert mit Video-Lesung der Lyrikerin Nora Gomringer im Sprengel Museum Hannover. »Easter Transformations« heißt die Veranstaltung, bei der das »Stabat Mater« von Arvo Pärt mit Streichtrio und drei Gesangsstimmen zu hören sein wird. Mehr Infos: http://flexensemble.com/konzerte

Hightech-Zeit: Die Galerie für Fotografie Hannover (GAF) konnte mithilfe der Stiftung einen neuen Fotodrucker für großformatige Ausdrucke anschaffen. Der Verein Film & Video Cooperative hat sein technisches Equipment im Kino im Sprengel mit neuen Computern und aktueller Software aufgerüstet.

Stiftung Kulturregion Hannover
Landschaftstr. 4/5, 30159 Hannover // Fon: +49 511 220610-15
www.stiftung-kulturregion.de

HannoverStiftung
c/o Stiftungsmanagement der Sparkasse Hannover GmbH
Postfach 5724, 30057 Hannover // Fon: +49 511 220610-15
www.hannover-stiftung.de
 
Sie möchten unseren Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten? Abbestellen