Der besondere Ort

Wenn man aus Hannover hinausfährt, über die schöne Kanalbrücke nach Ahlem, und sich rechts hält, gelangt man in den Rosenbuschweg. In einer ehemaligen Turbinenhalle hat das Künstler-Ehepaar Almut und Hans-Jürgen Breuste ein bedeutendes Werk geschaffen.

Ab 1997 hat Hans-Jürgen Breuste (†2012) in einem alten Industriegebäude, der Turbinenhalle des ehemaligen Umspannwerks der Preußen-Elektra, Objekte für sein Hauptkunstwerk zusammen getragen: Eisen, Holz, Textilien, Gummiteile aus dem ehemaligen Conti-Werk Limmer – containerweise sammelte er Materialien und ordnete sie in der riesigen Halle an.

Herzstück des Gebäudes ist die beeindruckende Rauminstallation »Litzmannstadt«. Sie beschäftigt sich mit dem 1940 von den Nationalsozialisten eingerichteten gleichnamigen Ghetto in der polnischen Stadt Lodz. Die endlos scheinende Reihe alter Lazaretttragen, Listen mit Namen Deportierter, Briefe und großformatige Fotos erhalten zwischen den großflächigen Materialsammlungen etwas sehr Privates und Eindrückliches. Almut Breustes Bilder von gesichtslosen Menschen, verarmt aussehenden Reisenden, möglicherweise Flüchtenden, auf altem Tuch, fügen gleichermaßen einen historischen wie aktuellen Aspekt hinzu. Die RosebuschVerlassenschaften sind ein Gesamtkunstwerk, dem man sich nicht entziehen kann. Hier können Gedanken und Empfindungen auf die Reise gehen, hier finden Vergangenheit und Gegenwart zueinander.

Die RosebuschVerlassenschaften wurden mit dem Kulturpreis »pro visio« der Stiftung Kulturregion Hannover ausgezeichnet. Besondere Konzerte, Lesungen und Kunstprojekte über das Leben und Wirken von Persönlichkeiten wie Primo Levi oder Janusz Korczak werden hier ausgerichtet.

Öffnungszeiten: Jeden 1. Freitag und Samstag im Monat von 15 bis 19 Uhr (Winterpause im Dezember, Januar und Februar). Besuche für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung.

Weitere Informationen: www.rosebuschverlassenschaften.de

Schauspieler spielen Szenen aus dem Leben von Janusz Korczak © Almut Breuste Almut Breuste
"dziekuje" - Abende zu Janusz Korczak, 2015 © Almut Breuste
Schauspieler spielen Szenen aus dem Leben von Janusz Korczak © Almut Breuste Almut Breuste
"dziekuje" - Abende zu Janusz Korczak, 2015 © Almut Breuste
Regale säumen die weitläufigen Gänge in den RosebuschVerlassenschaften © Karsten Koch Karsten Koch
Die weitläufigen Hallen der RosebuschVerlassenschaften © Karsten Koch

Aktuell

Am Puls der Zeit

Mit dem Programm »Sanduhr« lädt die Künstlerin Almut Breuste in die RosebuschVerlassenschaften ein, um über Zeit und Zeitenwandel nachzudenken. Ein Gespräch über kulturelle Vielfalt im Zeitenlauf führt Thomas Krüger mit Doris Schröder-Köpf am 27. September um 18.30 Uhr. Am 12. und 13. Oktober findet jeweils um 19 Uhr eine Szenische Lesung mit Texten des Jugoslawen Danilo Kiš und Musik von Corinna Eikmeier (Cello) statt. Am 21. Oktober um 18 Uhr spielt das Nomos-Quartett Musik der Gegensätze von Schostakowitsch, Mozart und Beethoven.

Mehr Infos: www.rosebuschverlassenschaften.de

- Thema: Stiftung KulturregionRosebuschVerlassenschaften